Waldburg - Die Rauhnächte erleben seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance – und auf der Waldburg sind sie längst zu einer festen Größe im Winterkalender geworden. Vom 27. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 verwandelte sich die über 1.000 Jahre alte Burg erneut in eine atmosphärische Erlebniswelt. Rund 4.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, in diese besondere Zeit zwischen den Jahren einzutauchen.
An zehn Abenden öffnete die Waldburg jeweils von 17 bis 22 Uhr ihre Tore für ein vielschichtiges Programm, das sich bewusst an Familien ebenso wie an Erwachsene richtete. Der offizielle Auftakt erfolgte traditionell mit einem Böllerschuss aus einer Miniaturkanone, bevor sich die Gäste auf Entdeckungstour durch die Burg begeben konnten. Ein zentraler Programmpunkt waren die Hexenführungen mit Hexe Maleficent, die nicht nur durch die Gemäuer führte, sondern auch in die Bedeutung und Bräuche der Rauhnächte einführte. Ergänzt wurde dies durch ein eindrucksvolles Fassaden-Mapping, das die Geschichte der Waldburg filmisch erzählte.
Für düstere wie unterhaltsame Einblicke sorgte der Henker Ignaz Donnerfels, der zweimal pro Abend aus seinem Berufsalltag berichtete und historische Hintergründe lebendig vermittelte. Weitere prägende Figuren wie der Waldburger Drache Draco, der Troll Zong, Krampusse sowie der schwarze Engel wurden schnell zu gefragten Fotomotiven – nicht zuletzt, weil sie besonders in den späteren Abendstunden für echten Gänsehautmoment sorgten. Drei Krampusvereine aus Wangen im Allgäu, Bad Saulgau und Biberach waren mit Abordnungen vertreten. Ein weiterer Höhepunkt war die Feuershow eines mehrfachen Weltrekordhalters im Feuerschlucken und Feuerspucken aus Bregenz.
Auch ruhigere, spirituelle Elemente hatten ihren festen Platz. Das Räuchern, traditionell eng mit den Rauhnächten verbunden, wurde täglich von Jutta Gebauer aus Nesselwang thematisiert – inklusive Vortrag und gemeinsamer Räucherzeremonie. Darüber hinaus konnten sich die Gäste frei auf der Burg bewegen, den Blick vom Dach genießen oder die historische Buchdruckerkunst erleben, wie sie vor rund 600 Jahren praktiziert wurde.
An ausgewählten Tagen – am 28. Dezember sowie am 1. und 5. Januar – richtete sich das Programm besonders an Familien. Laternenumzüge rund um die Waldburg, begleitet von Krampussen und dem schwarzen Engel, sorgten für eine besondere Mischung aus Mystik und kindlicher Begeisterung. Für das leibliche Wohl war im Innenhof gesorgt, parallel fanden an mehreren Abenden Ritteressen in den Gewölben statt. Auch der Jahreswechsel konnte in diesem außergewöhnlichen Rahmen gefeiert werden, inklusive Blick auf das Silvesterfeuerwerk vom Dach der Burg.
Das Fazit nach zehn Tagen fällt eindeutig aus: Die Rauhnacht auf der Waldburg hat sich als eine der großen Winterveranstaltungen im Süden etabliert. Besucher nahmen dafür teils Anfahrten von bis zu 600 Kilometern in Kauf und kündigten bereits an, die Waldburg auch während der kommenden Saison erneut besuchen zu wollen. Ein zusätzlicher Höhepunkt folgte medial: Die SWR Landesschau berichtete am 5. Januar 2026 über die Veranstaltung und ordnete sie in eine Reihe bedeutender Winterevents in Baden-Württemberg ein.