LandOi - Oberschwaben live erleben

Bei der Einweihung der Moor-Modells am Federsee
Dr. Katrin Fritzsch (Leiterin NABU-Naturschutzzentrum Federsee), Annette Kiefer (Annette-Kiefer-Stiftung), Andreas Rapp (Annette-Kiefer-Stiftung) und Kerstin Beck (Projektleitung, NABU-Naturschutzzentrum Federsee) bei der Einweihung der Moor-Modells.

Bad Buchau - Auf den ersten Blick wirkt die Box wie ein schlichter Acrylglaskasten. Doch ein Knopfdruck genügt, und das Modell beginnt zu leben: Leuchtdioden wandern von oben nach unten, „C“-Markierungen leuchten auf, Gummistiefel schmatzen akustisch durch nasses Gelände, begleitet vom Ruf der Bekassine. Im Modus „intaktes Moor“ wird sofort klar, dass hier etwas aus der Luft in den Boden transportiert und gespeichert wird – anschaulicher, als es jedes Schaubild vermag. Genau das war das Ziel des Projekts: komplexe biochemische Vorgänge so verständlich wie möglich darzustellen.

Die Moorpädagogin Kerstin Beck erläutert, warum das Modell so wichtig ist: Intakte, feuchte Moore binden große Mengen Kohlenstoff. Werden sie jedoch entwässert, setzen sie Kohlendioxid frei – ein Prozess, der maßgeblich zur Erderwärmung beiträgt. Die Moor-Klima-Box zeigt beide Szenarien. Über austauschbare 3-D-Einschübe lassen sich intakte und entwässerte Moorflächen vergleichen. Verschiedene Funktionsmodi visualisieren Einlagerung und Freisetzung von Kohlenstoff, Aktivität sauerstoffabhängiger Bodenlebewesen, Fotosynthese und wechselnde Wasserstände.

Die Box ist mobil einsetzbar und wird künftig bei Führungen, Exkursionen und Schulprojekten genutzt. Sie unterstützt die Vermittlungsarbeit auf mehreren Ebenen: Kinder erleben greifbare Effekte, Erwachsene können abstrakte Klimazusammenhänge leichter einordnen. Auch für Ausstellungen und Infostände ist das Modell vorgesehen.

Entstanden ist die Moor-Klima-Box in einer bundesweiten Arbeitsgruppe aus fünf Moorpädagoginnen und -pädagogen. Konzipiert und programmiert wurde das Objekt vom Ingenieurbüro „Technik und Design“ aus München. Finanziell ermöglicht wurde der Federsee-Anteil am Gesamtprojekt durch die Annette-Kiefer-Stiftung, die sich gezielt für innovative Umweltbildung nach den Leitlinien der UNESCO einsetzt.

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