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Innovationen über das Fliegen hinaus: Das Dornier Museum lädt zur Ausstellungseröffnung
Technologische Innovationen in acht Themenfeldern: Die Ausstellung gliedert sich in thematische Bereiche, die die enorme Spannbreite des Dornier-Wirkens veranschaulichen.

Friedrichshafen - Das Dornier Museum in Friedrichshafen eröffnet ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte. Die Ausstellung „INNOVATION – Über das Fliegen hinaus“ zeigt erstmals in dieser Tiefe, wie breit die technologischen Entwicklungen der Dornier-Gruppe jenseits der Luftfahrt waren – und wie stark ihr Erfindergeist bis heute wirkt. Die Öffentlichkeit ist am Dienstag, 2. Dezember 2025, um 18:30 Uhr zur Eröffnung eingeladen. Nach dem offiziellen Start bietet sich die Gelegenheit, bei Getränken und einem kleinen Imbiss miteinander ins Gespräch zu kommen und die Ausstellung erstmals zu entdecken.

Ein technisches Panorama in acht Themenfeldern

Die Ausstellung spannt einen großen Bogen über zentrale Bereiche der Dornier-Forschung und -Entwicklung. Sie beginnt bei der Umwelt- und Umweltüberwachung, wo Dornier seit den 1970er-Jahren mit satellitengestützter Sensorik eine Pionierrolle einnahm. Technologien zur Analyse von Klimadaten, Abgasen und Meeresverschmutzungen gehören ebenso dazu wie die bis heute eingesetzten Spezialflugzeuge zur Ölüberwachung über Nord- und Ostsee. Nicht weniger innovativ ist der Bereich Mobilität: Vom Kleinstwagen Delta I über frühe elektrisch angetriebene Stadtfahrzeuge bis hin zu Magnetbahnversuchen und einem der ersten Rufbus-Systeme im Bodenseekreis reicht die Palette visionärer Konzepte.

Von den Meeren bis zur Medizin

In der Meerestechnik zeigt die Ausstellung, wie Dornier ab den 1960er-Jahren Technologien aus der Luft- und Raumfahrt auf die Meeresforschung übertrug. Unbemannte Unterwasserfahrzeuge, Schleppkörper und Messsonden dienten lange Zeit Forschung und Industrie. Ein weiteres Themenfeld widmet sich der Energietechnik. Dornier reagierte früh auf die Ölkrise der 1970er-Jahre und setzte auf erneuerbare Energieformen. Besonders der in Friedrichshafen entwickelte Darrieus-Rotor gilt als wegweisendes Projekt der damaligen Windkraftforschung. Tiefgreifende Spuren hinterließ das Unternehmen auch in der Medizintechnik. Der HM3-Nierenlithotripter war das weltweit erste Stoßwellensystem zur nicht-invasiven Zertrümmerung von Nierensteinen – bis heute ein internationaler Standard. Aus dieser Entwicklung entstand 1985 die Dornier Medizintechnik GmbH.

Digitale Wege: Elektronik, Navigation und Kommunikation

Wie breit die Dornier-DNA wirklich verankert ist, zeigen die Bereiche Elektronik und digitale Kartografie. Mit Systemen wie Geogrid und dem Digitalen Kartengerät 3 revolutionierte das Unternehmen die mobile Navigation in zivilen und militärischen Einsatzgebieten – erstmals wurden klassische Papierkarten ersetzt. Einen überraschenden Blick erlaubt das Kapitel Kommunikation: „Karlchen“, das erste dialogbasierte öffentliche Computersystem von 1979, war eine frühe Annäherung an digitale Informationssysteme und ein Vorläufer des späteren Bildschirmtext-Systems.

Hightech aus der Region: Webmaschinenbau und Faserverbundstoffe

Auch der Blick nach Lindau ist Teil der Ausstellung. Dort entwickelte sich die Lindauer Dornier GmbH seit 1950 zu einem führenden Anbieter im Webmaschinenbau. Ihre Maschinen erzeugen Hightech-Gewebe, die heute in Luft- und Raumfahrt, Medizin, Sport und Mobilität eingesetzt werden. Zudem war das Unternehmen früh an der Erprobung carbonfaserverstärkter Kunststoffe beteiligt – einem Schlüsselmaterial moderner Leichtbauweisen.

Ein offener Blick auf die Region und ihre Industriegeschichte

„INNOVATION – Über das Fliegen hinaus“ macht deutlich, dass die Dornier-Geschichte weit mehr umfasst als Flugzeuge. Sie zeigt, wie stark Forschung, Technik und regionales Know-how miteinander verflochten waren – und bis heute sind. Die Ausstellung wurde durch die Unterstützung des Freundes- und Förderkreises Dornier Museum e. V. sowie der Lindauer DORNIER GmbH ermöglicht.

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