Konstanz - Das Weihnachtsfest naht, und in den Stuben und Kirchen leuchten sie bald wieder: die Krippen. Am Bodensee hat das „Krippeleschauen“ Tradition, das Ereignis rund um Maria, Josef und das Jesuskind wird hier in einer einzigartigen Fülle zelebriert. Die Broschüre „Weihnachszeit ist Krippenzeit“ zeigt den Weg zu den schönsten Krippen am Bodensee zwischen Oberschwaben, Vorarlberg und dem deutsch-schweizerischen Bodenseeraum und weckt weihnachtliche Vorfreude und kindliches Staunen.www.bodensee-kloester.eu

Der Krippenbau vereint das Schönste aus sakraler Kunst und Volkskunst – das macht die Darstellung von Jesu Geburt auch so vielfältig und bunt. Der Legende nach auf Franz von Assisi zurückgehend, faszinieren uns Krippen seit dem 16. Jahrhundert. Ob aus Nostalgie, Freude an Kunst und Handwerk oder im Rahmen seiner spirituellen Bedeutung: Krippen sind für Viele eine Herzensangelegenheit. Die neue Broschüre lädt Interessierte ein, die kleinen Wunderwelten bei einem Adventsausflug zu entdecken.  

Das Weihnachtswunder über die Jahrhunderte
Wer sich fragt, wo die ersten Krippenbaumeister der Region ihre Inspiration fanden, wird unter anderem im Konstanzer Münster fündig: Die Mauritius-Rotunde von 1300 stellt die Heilige Nacht in einem großen Skulpturenfries dar und ist eine der frühesten Weihnachtsdarstellungen im schwäbischen Raum. Nach und nach wurden aus Wanddarstellungen echte Figuren, und gerade während des Barocks zeigten die Krippenschöpfer ihre Lust an der Fülle. Zeugnis davon ist etwa die Neapolitanische Weihnachtskrippe in der Basilika Birnau. Vor lauter Figuren und Tieren weiß man fast gar nicht, was zuerst bestaunt werden soll – die dazugehörenden Licht- und Bewegungseffekte machen das Erlebnis perfekt. Ebenfalls ein Mikrokosmos für Detailverliebte: die große Weihnachtskrippe in Meersburg aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist gefüllt mit den Figuren von örtlichen Persönlichkeiten, die dem Jesuskind individuelle Gaben überbringen.

Klingende Namen der Krippenbaukunst
Krippenbau-Künstler aus der Region haben ihre Handschrift in so mancher Kirche hinterlassen. Ein am See bekannter Name ist etwa jener der Krippenbaufamilie Scheller. Seit drei Generationen formen sie den Zauber der Heiligen Nacht in außergewöhnliche Kleinode. Ihre szenische Krippe in der Kirche in Aach zeigt das biblische Geschehen vor dem Hintergrund der Hegaulandschaft – zudem warten in der Stadtkirche Engen sowie im dazugehörigen Pfarrhaus Kunstwerke der Familie. Auch aus der Werkstatt der Familie Sohn kommt ein ganz besonders Werk: Die Zizenhauser Weihnachtskrippe im Stil des Biedermeier umfasst 150 Tonfiguren. Ausgestellt ist sie im Kulturzentrum Altes Forsthaus in Stockach. Ein echtes Ereignis sind auch die grobgeschnitzten Holzfiguren von Karl Uelliger im Kloster Fischingen: Mit ganz eigener Ausdruckskraft umfasst die Geburt Jesu hier den ganzen Kosmos – empfehlenswert!

Die schönsten Sammlungen des Weihnachtswunders
Wer gleich mehrere Krippen nebeneinander bewundern möchte, findet im Dreiländereck hochkarätige Ausstellungen und liebevoll gestaltete Museen. Eines der schönsten und bedeutendsten Krippenmuseen in Europa ist im oberschwäbischen Oberstadion zu finden. Dort erinnert im Rathaus zudem eine kleine Ausstellung an den Pfarrer Christoph von Schmid, Autor des Weihnachtsliedes „Ihr Kinderlein kommet“. Über 600 Krippen aus über 80 Ländern locken in die Krippenwelt in Stein am Rhein. Im Vorarlberger Landesmuseum werden Werke der Vorarlberger Krippenbauvereine gezeigt, die Traditionen aus den jeweiligen Ortschaften nachstellen. Nicht weit davon, im Krippenmuseum in Dornbirn, findet sich eine 23 Meter lange Jahreskrippe mit 14 Stationen aus dem Leben von Jesus. Kinder freuen sich besonders über die Kastenkrippe mit den beweglichen Figuren. Das Museum Im Bock in Leutkirch besticht mit dem Krippenberg. Ob Vogelhändler, Jäger oder Kaminkehrer: die Geburt des Heilands bringt sie alle zusammen. In St.Gallen führt ein Krippenweg zu den schönsten Krippen der Stadt.

Rund 75 Krippen samt ihren Besichtigungszeiten werden im Wegweiser „Weihnachtszeit ist Krippenzeit“ vorgestellt. Zu finden ist die Broschüre in den Tourist-Informationen der Region oder zum Download unter www.bodensee-kloester.eu.