Konstanz - Der Rückgang der Artenvielfalt und das Insektensterben sind allgemein bekannt. Die Stadt Konstanz zeigt mit vier Flächen Prototypen unterschiedlicher Herangehensweisen, um die Artenvielfalt zu stärken. Gepflegt werden sie von den Technischen Betrieben (TBK). Diese lassen die Blumen nach dem Verblühen an vielen Stellen länger stehen. In manchen Dolden überwintern nämlich Insekten.

Vor dem Kunstdepot

Ehemalige PKW-Parkplätze wurden dort zu blühenden Wiesen. Diese Fläche, rund 9 Meter breit und 150 Meter lang, weist eine Vielzahl von Pflanzen auf, u.a. die Königskerze, Wilde Möhre und Wegwarte sind dort zu finden. Überhaupt wachsen hier viele Blumen auf kleinem Raum. Das ist möglich, da sich die TBK entschieden haben, den Asphalt abzubauen, den Boden aufzufüllen, teilweise mit Magerboden, worauf Gras weniger gut gedeiht.

Beim Grenzbach

Der nährstoff- und stickstoffreiche Boden ist gut für die Brennnessel, die dort in Fülle wächst. Sie allein ist eine Futterpflanze für sechs heimische Schmetterlinge. Auch Ampfer und Wilder Storchenschnabel wachsen hier. Hinter dem Pflegekonzept steht die Vielfalt auf kleinem Raum und eine differenzierte Herangehensweise: Am Rand wird gemäht, aufgrund der starken Frequenz an Spaziergängern und Radfahrern. Hecken, Büsche und Bäume bleiben stehen. Sie bieten Vögeln Schutz und Nahrung.

An der Unteren Laube

Richtung Rhein, dort wo die Laube vor zwei Jahren umgebaut wurde, stand eine kleine Fläche zur Verfügung, die nicht für den Straßenbau verwendet wurde. Hier gedeihen nun unter anderem Johanniskraut, Tulpen und wilde Kräuter, teilweise eingesät von den TBK. Auf wenigen Quadratmetern findet sich eine Vielzahl an Pflanzen, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen und den Insekten für eine lange Zeit im Jahr Nahrung zur Verfügung stellen.

Um die Maria-Hilf-Kirche

Um die Kirche befindet sich ein Scherrasen, den die TBK auf der vorgelagerten Wiese nicht fortsetzen. Die Wiese befindet sich in Umstellung. Nach und nach sollen sich hier viele unterschiedliche Pflanzen ansiedeln. Dies gelingt, indem die TBK dem Boden Nährstoffe entziehen (das geschnittene Gras wird aufgesammelt). Nun wachsen bereits im ersten Jahr der Umstellung Mädesüß, Hahnenfuß und Wilde Möhre.