Unterallgäu - „Gerade im vergangenen Jahr haben wir viele Schätze direkt vor unserer Haustür entdeckt“, so Landrat Alex Eder bei der Eröffnung der Glückswege im Allgäu und des Themenradwegs „Natur und Technik im Illerwinkel“. Das sah auch Michael Bohlinger, Geschäftsführer der LEW Wasserkraft GmbH, so: „Seit der Corona-Pandemie wissen wir die Natur vor allem in der näheren Umgebung noch mehr zu schätzen.“

Die beiden Projekte, die kürzlich am Erlebnissteg an der Iller bei Legau feierlich eröffnet wurden, haben einiges gemeinsam: Beide Projekte wurden über das LEADER-Programm der Europäischen Union zur Stärkung des ländlichen Raums gefördert. Beide Projekte verbinden Wertschätzung der Natur mit Wertschöpfung. „Und beide Projekte sind sehr innovativ“, zählte Veronika Hämmerle von der LEADER-Bewilligungsstelle, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten, auf.

„LEADER-Projekte sind für mich der Inbegriff des Teamworks“, so Landrat Eder. So entstanden die Glückswege Allgäu in Zusammenarbeit mit mehreren Unterallgäuer Gemeinden und zum Teil landkreisübergreifend. „Die Glückswege sind ein Paradebeispiel, wie Heimat gestaltet und attraktiver wird.“ Davon profitieren laut Eder Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Projektleiter Tobias Klöck vom Landratsamt Unterallgäu stellte die 14 Rad- und Wanderwege genauer vor, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Glück auseinandersetzen. „Glück ist individuell. Diese Wege sollen dazu anregen, dass jeder seinen ganz persönlichen Glücksmoment findet“, so Klöck. Eine besondere Rolle spiele dabei Sebastian Kneipp mit seiner ganzheitlichen Gesundheitslehre. An den Strecken liegen Kneippanlagen, Erlebnisstationen und idyllische Rastplätze und andere Attraktionen. Die Wege tragen klangvolle Namen wie Glückszauber-Pfad, Glücksquellen-Weg, Glückskraft-Weg oder auch die Glücksfluss-Etappe - und die ist mit einer Länge von 16,5 Kilometern gleichzeitig Teil der Radrunde „Natur und Technik im Illerwinkel“ und schlägt so die Brücke zu diesem Projekt.

Den Radweg „Natur und Technik im Illerwinkel“ verwirklichte die LEW Wasserkraft in Kooperation mit den Lokalen Aktionsgruppen Kneippland Unterallgäu und Regionalentwicklung Oberallgäu sowie den angrenzenden Gemeinden. „Als Wasserkraftbetreiber möchten wir mit unseren Projekten den Lebensraum Fluss ökologisch aufwerten und wieder für die Menschen erlebbar machen. Mit den Maßnahmen an der Iller gelingt uns genau das. Projekte wie diese lassen sich nur gemeinsam mit allen Beteiligten erfolgreich umsetzen. Wir haben hier in den letzten Jahren neue Wege der Zusammenarbeit etabliert, von denen am Ende alle Interessensgruppen profitieren“, so Michael Bohlinger, Geschäftsführer von LEW Wasserkraft.

Die Glückswege im Allgäu

  • Elf Wanderwege und drei Radwege mit einer Gesamtlänge von 187 Kilometer, verteilt im gesamten Unterallgäu und teilweise in angrenzende Landkreise, machen das Thema Glück erlebbar.
  • Projektträger: Landkreis Unterallgäu
  • Kosten: 325.000 Euro; LEADER-Förderung: 136.000 Euro
  • Jeder Weg zeichnet sich durch eine individuelle Geschichte aus mit besonderen Höhepunkten. Sie arbeiten die Potenziale der Region heraus und sind eng verbunden mit der Lehre des „Wasserdoktors“ Sebastian Kneipp.
  • Mehr unter www.glueckswege-allgaeu.de

Der Themenradweg „Natur und Technik im Illerwinkel“:

  • Projektträger: LEW Wasserkraft GmbH, in Kooperation mit den Lokalen Aktionsgruppen Kneippland Unterallgäu und Regionalentwicklung Oberallgäu, den Landkreisen Unterallgäu und Oberallgäu sowie den Gemeinden Lautrach, Legau, Bad Grönenbach, Kronburg, Altusried und Dietmannsried.
  • Kosten: 350.000 Euro; LEADER-Förderung: 175.000 Euro
  • Die Themenrunde zwischen Lautrach und Dietmannsried zeigt, wie sich Natur und Technik ergänzen können. An Erlebnisstationen und Rastplätzen wird das Thema „Natur und Technik“ aufgegriffen. Es gibt Infotafeln, Aussichtspunkte und interaktive Elemente an der Staustufe Legau.
  • Entlang der Strecke haben die Projektpartner radgerechte Rastlätze und Ladestationen für E-Bikes aufgebaut. Zudem wurden bisher schwer befahrbare Bereiche optimiert, etwa die Hängebrücke bei Fischers/Pfosen: Der steile Weg in Dietmannsried ist nun auch für Radfahrer passierbar. Zudem wurde der Treppenzugang in Altusried um eine Rampe ergänzt.
  • Das Projekt bringt laut LEW Wasserkraft auch einen ökologischen Mehrwert. So hat LEW Wasserkraft in den Gemeinden Kronburg und Altusried Flachwasserzonen durch naturnah gestaltete Ufer realisiert. Die Kiesaufschüttung soll Fischen als Laich- und Lebensraum dienen. Darüber hinaus können über die besser zugänglichen Uferbereiche Boote direkt zu Wasser gelassen werden. Davon profitieren zum Beispiel Einsatzkräfte von Feuerwehr oder Wasserwacht, aber auch Fischer oder Bootsfahrer