Friedrichshafen - Der Bodenseetourismus zeichnet zwei herausragende Projekte aus, die zeigen, wie Zukunftsfähigkeit, soziale Verantwortung und neue Erlebnisse in der Vierländerregion zusammenfinden. Beim Tourismusforum der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH im Dornier Museum Friedrichshafen wurden Anfang Dezember das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen sowie das Seehörnle-Hotel in Gaienhofen mit dem Bodensee-Innovationspreis „Bodensee25“ ausgezeichnet.
Nachhaltigkeitspreis für das Seehörnle: Klimaziel und Inklusion greifen ineinander
In der Kategorie Nachhaltigkeit überzeugte das „Bio-Hotel und Gasthaus Seehörnle“. Der Inklusionsbetrieb des Caritasverbands Konstanz verbindet Klimaneutralität mit sozialer Verantwortung – ein Profil, das in dieser Klarheit in der Region selten ist. Der Neubau im Effizienzhaus-Standard schuf 2023 elf zusätzliche barrierefreie Zimmer und stärkt zugleich die Arbeitsplätze für Menschen mit wesentlichen Beeinträchtigungen. Rund ein Drittel der Mitarbeitenden benötigt besondere Unterstützung, die hier bewusst gewährleistet wird. Das Projekt zeigt, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit zusammenwirken und gleichzeitig touristische Qualität steigern können.
Erlebnispreis für das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen: Ein Neubau mit Signalwirkung
Als Sieger in der Kategorie Erlebnisse wurde das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ausgezeichnet. Mit dem 2024 eröffneten „Neuen Museum am See“ hat der Museumsverein einen wichtigen Schritt gewagt: Der moderne Holzbau mit Besucherzentrum, barrierefreien Blickachsen und neuen Ausstellungsflächen interpretiert das Thema Pfahlbau zeitgemäß. Interaktive Medienstationen, NFC-Tags, kindgerechte Texte sowie eine klare architektonische Sprache schaffen ein Besucherlebnis, das die steinzeitliche Welt neu erfahrbar macht. Die Jury lobte insbesondere die starke Weiterentwicklung einer über 100-jährigen Vermittlungspraxis hin zu mehr Emotionalität, Anschaulichkeit und digitaler Vernetzung.
Preisgeld, Kriterien und Jury
Der Innovationspreis ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert und wird in den Kategorien Erlebnisse und Nachhaltigkeit vergeben. Ein drittes Feld – die grenzüberschreitende Zusammenarbeit – blieb 2025 ohne Preisträger. Bewertet wurden die eingereichten Projekte anhand von Faktoren wie Innovationsgrad, Kundennutzen, sozialer Wirkung, Beitrag zur Wertschöpfungskette, Imagegewinn für die Region sowie Ressourcenumgang.
Die international besetzte Jury bestand aus Fachleuten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein, darunter Expertinnen und Experten aus Tourismus, Kulturmanagement, Standortmarketing und Hochschullehre.
Ein Preis für die Zukunft des Bodensees
Der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB) vergibt den Bodensee-Innovationspreis im zweijährigen Rhythmus. Ziel ist es, Projekte sichtbar zu machen, die den Tourismus der Vierländerregion weiterentwickeln und nachhaltige Impulse setzen. Nach 2017, 2019 und 2023 markiert die aktuelle Runde die vierte Auflage.